Verantwortung übernehmen

Etwas überrollt von den Medienanfragen, folgt auch schon die Welle der nicht immer netten Kommentare zu den Berichten über die wilden Ponies, die wegen Hufrehe ihren Job als Landschaftspfleger aufgeben mussten. Meist gehen die Anfeindungen gar nicht in unsere Richtung, sondern in die des NABU. Aber man darf nicht vergessen, dass Medien nicht immer die gesamte Situation darstellen können.

Das ist alles auch gar nicht in unserem Sinne. Für uns steht an allererster Stelle, dass es den Ponies, die bei uns wohnen, schnell besser geht. Zudem möchten wir gern aufklären und darüber informieren, was passieren kann, wenn man frühe Anzeichen einer Stoffwechselentgleisung nicht ernst nimmt. Denn das, was diesen wilden Ponies passiert ist, ist kein Einzelfall. Fast jeden Tag treffen wir auf Pferde in normalen Ställen, die unter Hufrehe leiden oder kurz davorstehen, es erreichen uns Anrufe verzweifelter Besitzer von kranken Pferden und wir bekommen von Kollegen und Tierärzten Hufrehe-Patienten weitervermittelt.

Das lässt uns oft verzweifeln und besonders in dem Fall „unserer Ponies“ wünscht man sich oft einfach abzutauchen und mit der ganzen Pferdewelt nichts mehr zu tun zu haben… Aber was bringt das dann? Was bringen hetzerische Kommentare unter Berichten, die leider auch zum Teil falsche Dinge berichten oder einfach eine andere Perspektive darstellen.

Wir sind an der Front. Wir sind aktiv geworden. Wir haben die Verantwortung, die Kosten, die Zeit, die Arbeit, die Energie übernommen, um den Exmoorponies einen Start in ein gesünderes Leben zu ermöglichen. Wenn all diese Energie, die in Kommentare und Diskussionen in sozialen Netzwerken fließt, dazu genutzt würde, Gutes zu tun, wo wären wir dann?

Unsere Entscheidung ist, dass wir versuchen, all das in positive Energie umzuwandeln. Wir möchten unsere Erfahrungen und unser Wissen nutzen, um mehr Pferdehaltern die Augen zu öffnen und rechtzeitig zu handeln, bevor es zum Super-Gau Hufrehe kommt. Und diese tickenden Zeitbomben stehen in fast jedem Stall. Wenn man sich umsieht, entdeckt man so viele Pferde, deren Stoffwechsel schon entgleist ist, deren Körper schon alle Alarmzeichen zeigt, bei denen aber trotzdem nichts geändert wird, bis man „plötzlich“ von der Hufrehe überrascht wird. Es ist manchmal leider auch so, dass die Besitzer die Augen verschließen, meist aber einfach, dass sie es nicht wissen. Es fehlt an Informationen, um Probleme frühzeitig zu erkennen, es fehlt an Informationen, die zu Grunde liegenden Krankheiten sicher zu diagnostizieren und entsprechend zu behandeln, es fehlt an fachkundigen Experten, die einen begleiten und beraten, und es fehlt an artgerechten Ställen, die diesen gefährdeten Pferden ein lebenswertes, gesundes Leben ermöglichen. Auch mit einer Stoffwechselstörung kann ein Pferd wieder komplett fit und belastbar werden, wenn man den Ernst der Lage erkennt und Verantwortung übernimmt!

Es bringt nichts andere anzukreiden. Wir möchten aufklären, ermutigen und unterstützten, damit vielen Pferden dieses Leid erspart bleiben kann! Tierärzte, Hufbearbeiter und alle Therapeuten müssen zusammenarbeiten.

Macht doch selber den Anfang, es besser zu machen. Übernehmt Verantwortung für eure Tiere und seid ein Vorbild für andere!

Madita, Michel, JJ, Liesbeth, Mattis und Nils leben nun bei uns auf der Reha-Station. Sie werden in einem grasfreien Paddock gehalten. Das Heu ist analysiert und garantiert zuckerarm. Wir verteilen viele kleine Portionen davon über den Tag verteilt auf dem Paddock, um sie zu mehr Bewegung zu animieren. Um ihnen eine optimale Nährstoffversorgung zu garantieren, damit der kranke Stoffwechsel gesunden kann, bekommen sie auf das Heu ausbalanciertes Mineralfutter und sie leben in ihrer Familie ganz in Ruhe mit wenig Stress.

Man sieht schon sehr schnell Erfolge und wir freuen uns jeden Tag, dass wir diesen Ponies helfen und von ihnen lernen können!

Wenn ihr Fragen habt, meldet euch gern, schaut auf unserer Internetseite oder auf Facebook und Instagram, wo wir immer wieder was von unserem Weg berichten! Und helft vor allem mit, ein Netzwerk zu schaffen, damit möglichst viele Menschen Zugriff auf fundiertes und praxiserfahrenes Wissen zu erhalten.

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