Gehörst du zum Team Schadensbegrenzung oder zum Team Prävention?

Bestimmt hast du auch die Kundenpferden, bei denen du jedes Mal denkst, dass du eigentlich nur reagierst? Die Behandlung oder die Hufbearbeitung ist nicht zielführend und eigentlich versuchst du nur mit allen Kräften den Schaden zu begrenzen?!

Macht dich das zufrieden?
Welcher Eindruck entsteht bei anderen, wenn sie deine Arbeit von außen sehen?

Vielleicht ist es an der Zeit klarer zu werden und dir zu überlegen zu welchem Team du gehören möchtest – Team Schadensbegrenzung oder Team Prävention.

Wir sind uns sicher, dass du alles für deine Kundenpferde tust und wir können es sehr gut nachvollziehen wie frustrierend es ist, wenn die Tipps und Ratschläge nicht fruchten, wenn nicht umgesetzt wird, was zwingen notwendig ist oder wenn man eben zum Termin kommt und immer und immer wieder die gleiche Situation vorfindet, die gleichen Probleme.

Wir können dich beruhigen, auch wir haben diese Termine. Und es ist jedes Mal wieder die Entscheidung: Möchte ich weiter zum Team Schadensbegrenzung gehören oder steige ich aus, wenn sich hier nichts ändert?

Wenn wir logisch nachdenken, ist die Entscheidung klar:

  • Ich möchte, dass meine Arbeit den Pferden wirklich hilft.
  • Ich möchte, dass die Kunden meine Ratschläge annehmen und durch Prävention den Pferden Schmerzen und Leid erspart werden kann.
  • Ich möchte, dass meine Arbeit Anerkennung findet bei Kollegen und Tierärzten.
  • Ich möchte, dass sich die Hufe bestmöglich entwickeln.

Alles Punkte, die klar ins Team Prävention gehören.

Und trotzdem entscheiden wir uns immer wieder auch für Schadensbegrenzung.

Denn nicht jeder Kunde kann direkt immer alles umsetzen. Nicht jedes Pferd entwickelt sich immer nur geradeaus. Nicht alles was Einfluss auf die Hufgesundheit hat, kann ich steuern. Und was auch ganz wichtig ist: Nicht jeder kann meine Arbeit beurteilen, wenn er zu einem einzigen Zeitpunkt eine einzige Situation vorfindet, auch da sollten wir respektvoller miteinander umgehen.

Wir haben das Gefühl, dass wir vielen Pferden auch mit Schadensbegrenzung helfen können. Trotzdem ist es oft unbefriedigend.

Wenn wir alle mehr das Team Prävention unterstützen würden, könnten wir noch viel mehr Pferden helfen, viel mehr erreichen, viel mehr aufklären.

Und weil die Vorteile für alle einfach auf der Hand liegen, entscheiden wir uns immer mehr für das Team Prävention, eben mit den paar Ausnahmen.

Wie kann ich ins Team Prävention wechseln?

Das fängt damit an, dass wir uns selber weiterbilden und vor allem unsere Arbeit hinterfragen.

  • Wenn sich ein Huf/Pferd nicht so entwickelt wie erwartet, forschen wir nach Ursachen.
  • Wir tauschen uns untereinander, mit anderen Kollegen, anderen Therapeuten und Tierärzten aus, um neue Ideen und Sichtweisen kennenzulernen. Und auch die hinterfragen wir kritisch.
  • Wir arbeiten daran unser Wissen so aufzubereiten, dass auch andere davon profitieren können, die vielleicht nicht die Möglichkeiten haben sich intensiv auszutauschen oder denen die Sprachbarriere manche Fortbildung erschwert.
  • Wir klären Pferdebesitzer auf und geben ihnen die Möglichkeit auch wieder selber Verantwortung zu übernehmen und fundierte Entscheidungen treffen zu können.
  • Wir planen ein Netzwerk mit Experten aufzubauen, um das Team Prävention zu stärken und gemeinsam viel bewirken zu können.

Unser Hauptthema ist dabei die Hufrehe.

Denn in diesem Bereich ist das Leid der Pferde und auch Besitzer riesig groß. Obwohl es genau ein Thema ist, wo so gut Prävention möglich ist.

Gerade wir als Therapeuten und Hufbearbeiter sehen die Pferde ja meist bevor sie akut schmerzhaft werden, wenn kleinere Probleme auftauchen. Wenn wir lernen da hinzusehen und uns vor allem überwinden wirklich Klartext Aufklärung zu betreiben, die Pferdebesitzer aber eben auch zu unterstützen und zu begleiten, können wir mit unserer Arbeit fantastische Erfolge erzielen.

Deshalb steht für uns fest: Beim Thema Hufrehe müssen wir alle im Team Prävention spielen!

Du möchtest beim Thema Hufrehe zu Team Prävention gehören? Hier findest du Infos zur den Weiterbildungen.

Was heißt es denn jetzt beim Thema Hufrehe im Team Prävention zu spielen?

Es gibt im Prinzip zwei Phasen der Prävention: Die vor der ersten offensichtlichen Hufrehe und die Prävention eines weiteren Reheschubes, wenn das Pferd schon einmal Hufrehe hatte.

Wir unterscheiden diese Präventionsphasen deshalb, weil für uns als Experten diese erste Phase deutlich schwieriger ist als die zweite.

Wenn ein Pferdebesitzer schon mal miterlebt hat wie sein Pferd bei einer Hufrehe leidet oder auch schon mal selber verzweifelt und hilflos war, ist es für uns deutlich einfacher auf Warnzeichen hinzuweisen und auch eine Mitarbeit des Besitzers zu bewirken, denn ihm ist die Gefahr deutlich bewusst. Ausnahmen bestätigen die Regel, der eine oder andere scheint auch schnell zu verdrängen.

Hatte ein Pferd noch nie eine Hufrehe, ggf. hat der Besitzer noch nicht einmal die Idee, dass sein Pferd gefährdet sein könnte, erfordert es oft deutlich mehr Fingerspitzengefühl und auch Aufklärung, damit die Situation ernst genommen wird.

Uns ist es immer wichtig deutlich die Konsequenzen aufzuzeigen, sollte nichts am Management verändert werden, aber die Besitzer nicht zu verschrecken. Es bringt nichts wenn sie dann vor lauter Sorge kopflos werden oder sich ggf. so viele andere Meinungen einholen bis endlich einer das sagt, was man lieber hören möchte und so eben nichts verändert wird.

Kennst du vielleicht auch?!

Du weist auf Fettdepots hin und die Besitzer wehren erstmal ab, dass das Pferd schon viel dicker war oder nur gerade aufgebläht ist?! Dann werden alle möglichen Leute befragt, bis endlich einer sagt, das ist doch Muskulatur. Besitzer beruhigt, deine Kompetenz in Frage gestellt und das Pferd weiterhin gefährdet Hufrehe zu bekommen.

Wir müssen im Team Prävention also deutlich mehr können als Fachwissen wiedergeben. Wir müssen auf Menschen eingehen können, im Team arbeiten können und auch ein bisschen auf uns selbst achten, denn es passiert schnell, dass man die Geschichten mit nach Hause nimmt und sie einen nicht mehr loslassen.

Es ist uns nicht erst einmal passiert, dass wir angeboten haben ein Pferd mit in Reha zu nehmen oder sogar ganz zu übernehmen. Nicht immer die schlauste Idee, aber es hat uns auch wirklich tolle Erfahrungen beschert. Solltest du aber tatsächlich nicht zur Gewohnheit machen und nur, wenn du dir aller Konsequenzen bewusst bist.

Warum sind wir, obwohl wir es eigentlich nicht wollen, doch so oft im Team Schadensbegrenzung?

  • Vielleicht ist es uns gar nicht in allen Fällen bewusst. Vielleicht wissen wir gar nicht, dass viele Probleme behoben werden könnten, weil wir es einfach noch nicht erlebt haben.
  • Vielleicht ist es aber auch einfach leichter, nicht gegen den Strom zu schwimmen, nicht für Unwohlsein zu sorgen, sich nicht mit Stallbetreibern, Heubauern und Tierärzten auseinanderzusetzen.
  • Vielleicht ist es angenehmer, wenn wir es dem Pferdebesitzer nicht unbequem machen.
  • Vielleicht haben wir kein Team, das uns unterstützt, keine Kollegen mit denen wir uns austauschen können.
  • Vielleicht sehen wir selber eher die Schwierigkeiten, die eine Veränderung des Managements mit sich bringt, als die Chancen, die sich durch eine Optimierung ergeben.
  • Vielleicht hast du selber ein Pferd mit „Fettpölsterchen“ zu Hause und bekommst es nicht richtig in den Griff und hast Verständnis für die Pferdebesitzer.
  • Vielleicht versuchst du immer noch eine Hufrehe über die Hufbearbeitung zu „heilen“ und merkst nicht, dass die Ursache an ganz anderer Stelle zu finden ist.
  • Vielleicht ist es für dich normal, dass ein Pferd mehrfach Hufrehe bekommt und du kennst keine Pferde, die wieder völlig fit und gesund geworden sind?
  • Oder auch weil wir wissen, dass wir mit unserer Arbeit dem Pferd trotzdem ein bisschen weiterhelfen können. Und das ist besser als nichts zu machen…zumindest manchmal.

Wie gehst du jetzt zum nächsten Termin?

Manchmal ist es auch wichtig, vor allem auch für dich selber, sich gegen die Schadensbegrenzung und für die Prävention zu entscheiden. Guck bei den nächsten Terminen einfach nochmal genauer hin. Fühl mal in dich hinein und entscheide dich bewusst in welchem Team du dich engagieren möchtest!

Möchtest du das Team wechseln? Hier findest du Infos zur den Hufrehekursen für Profis.

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