Hufrehe – die ständige Angst, dass es dein Pferd erwischt

Viele Pferdebesitzer leben in der ständigen Angst davor, dass ihr Pferd Hufrehe bekommt. Vielleicht kennst du das?
Du hältst die Luft an, wenn es ans Anweiden geht? Du siehst die Fettpolster wachsen und hoffst einfach, dass es dein Pferd nicht erwischt? Dein Pferd ist fühlig und du überlegst zu beschlagen, obwohl du ahnst, dass es einen Zusammenhang mit dem Übergewicht geben könnte?

Du bist nicht allein. Wir wissen gar nicht, wie oft uns schon gesagt wurde: Meine größte Angst ist, dass mein Pferd mal eine Hufrehe bekommt. – Meist passiert das dann früher oder später tatsächlich.

Bei einer Fortbildung zum Thema Übergewicht sagte die Referentin auch: Du weißt nie, wann es kippt. Es kann einen erwischen, aber man weiß nicht wann.

Grundsätzlich stimmen wir hier zu und du ahnst es, es folgt ein ABER.

Denn ganz so plötzlich aus dem Nichts erwischt dein Pferd die Hufrehe nicht. Ja, wir wissen nie genau, wann der Zeitpunkt erreicht ist, wo die ganze Sache akut und sehr offensichtlich wird, aber das ist auch der falsche Ansatzpunkt.

Nur dann musst du Angst haben.

Diese Sorge muss ich ja nur haben, wenn mein Pferd ständig an der Kante ist, wenn ich schon Anzeichen sehe, wenn der Stoffwechsel schon lange nicht mehr richtig arbeitet. DANN kann es irgendwann kippen. 

Aber wie wäre es, wenn wir die Pferde nicht immer “on the edge” leben lassen würden? Wenn wir nicht warten bis es knallt und dann reagieren, sondern vorher aktiv werden, wenn erst Anzeichen sichtbar sind?

Natürlich kann es sein, dass mein Pferd, das seit Jahren Fettdepots hat, vielleicht auch immer etwas träge ist und im Frühling besonders fühlig, dann auch irgendwann eine akute Hufrehe bekommt. Aber davor schützt leider nicht die Sorge allein, sondern davor schützt nur das Wissen und die Umsetzung, die Veränderung, wenn ich bemerke, dass mein Pferd sich in diese Richtung verändert. Du musst also frühzeitig aktiv werden!

Es ist deine Verantwortung.

Irgendwie beängstigend, dass wir es selber in der Hand haben, aber auch ein riesen großes Geschenk. Es muss dir bewusst sein, dass es in deiner Verantwortung liegt. Du kannst nicht beeinflussen, wann es kippt, wann die Hufrehe kommt, aber ob dein Pferd überhaupt ein hohes Risiko dazu hat, das kannst du beeinflussen und das solltest du beeinflussen – unbedingt. 

Die genetische Disposition kannst du natürlich nicht verändern, aber das Management ist dann entscheidend, um dein Pferd gesund zu erhalten. Und du musst dir bewusst machen: Die Schäden entstehen bei der endokrinen Hufrehe nicht im akuten Stadium, sondern schon lange zuvor. Die Fettpolster entstehen nicht über Nacht (auch wenn sie sich sehr schnell verändern können). Das Unwohlsein stört schon Monate vor der Hufrehe das Glück und die Zufriedenheit deines Pferdes. Ein Leben als Pferd, dem die Füße unangenehm sind, ist stressig. 

Und wenn du ehrlich mit dir selbst bist, hast du ja die Angst, dass dein Pferd eine Hufrehe bekommt, weil du all diese Anzeichen schon siehst. Weil du spürst, dass dein Pferd nicht ganz in Ordnung ist, weil du dein Pferd genau kennst und du merkst, dass etwas nicht stimmt, es dir entgleitet. 

Du brauchst einen Plan wie du dein Pferd nachhaltig gesund erhalten kannst? Den findest du im Rehakurs Hufrehe.

Unser Ansatz muss viel früher sein.

Wir sollten uns viel mehr darum bemühen, dass unsere Pferde gar nicht so kurz vor dem Systemausfall stehen, sondern uns dafür einsetzen, dass sie so fit und gut drauf sind, dass auch mal ein bisschen mehr Heu oder die Weidezeit kein Risiko darstellt. 

Wir sollten sie grundsätzlich schlank und gesund halten, damit sie glücklich und agil ihr Leben leben können und nicht ständig unter meiner Sorge, dem Druck von außen und den ständigen Restriktionen leiden müssen.

Wir müssen uns bewusst sein, dass wir die Verantwortung für diese wundervollen Partner tragen und sollten unserer Aufgabe gerecht werden.

Wo steht dein Pferd? Schon an der Kante?

Also, wenn du das Gefühl kennst, ständig Angst zu haben, dass dein Pferd eine Hufrehe bekommt, dann geh einen Schritt zurück – schau dir die Situation und den Gesundheitszustand deines Pferdes genau an und überlege dir, was du verändern musst, damit diese Angst nicht mehr begründet ist.

Zerlege die Veränderungen in kleine Teilziele, damit du sie auch erreichen kannst. 

Beispiele: Fange an das Heu zu wiegen, das dein Pferd frisst. Wie viel sollte des optimalerweise bekommen (ca. 2% des idealen Körpergewichtes). Mach dir zur Gewohnheit jeden Tag dein Pferd zu bewegen, auch eine flotte Schrittrunde von 30 Minuten hat schon einen Effekt. Wenn du das nicht allein schaffst, überleg dir, ob dich jemand unterstützen kann. 

Beobachte die Veränderungen an deinem Pferd.

Mache am besten regelmäßig Bilder und Videos von deinem Pferd und vergleiche sie auch mit älteren Bildern. Taste jede Woche die Fettdepots deines Pferdes ab, verändert sich etwas? Im Rehakurs bekommst du Vorlagen, die dir helfen den Ist-Zustand und auch die Veränderungen und den Verlauf zu dokumentieren.

Bleib dran und du wirst merken, wenn die Basis gut ist, dann wird euch so schnell nichts verunsichern. Es lohnt sich!

Fazit

Und nochmal auf den Punkt: Nein, in den allermeisten Fällen kippt es nicht einfach irgendwann. Nein, wir haben dann kein Pech gehabt. Sondern eine endokrine Hufrehe kündigt sich lange Zeit an und es liegt an uns, ob wir das ernst nehmen und verhindern oder die Augen verschließen, hoffen und bangen. Die Leidtragenden sind unsere Pferde.

Dein Pferd ist ein Risikokandidat und du möchtest grundlegend etwas verändern? Dann schau dir unbedingt den Rehakurs Hufrehe an.

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