Zwischen Verzweiflung, Hoffnung & purem Glück – HUFrehe eine emotionale Achterbahn

Heute ist das letzte Reha-Pferd (für dieses Jahr) ausgezogen. Seit über sechs Jahren haben wir nun non-stop Pferde mit Hufrehe bei uns aufgenommen, ihre Reha begleitet, hoffnungslose Fälle mussten wir gehen lassen, alle andere sind wieder fit, werden geritten und wir betreuen sie nun schon einige Jahre – rehefrei.

Es ist gerade ein emotionaler Moment. Während wir den Zaun zum Reha-Bereich abbauen, Tore wegschleppen, Litze aufwickeln, jede Ritze an den Raufen sauber machen, um den wilden Ponies den ganzen Paddock zur Verfügung stellen zu können, denken wir darüber nach, was wir in diesen Jahren alles gelernt und erlebt haben. Wir waren verzweifelt, voller Hoffnung, fühlten uns machtlos und haben viele Momente puren Glücks gespürt.

Hufrehe ist eine emotionale Achterbahn

Du als Pferdebesitzer steckst natürlich mitten drin. Oft auch eher überrascht von der Diagnose, fängst du verzweifelt an dich zu informieren. Die Ratschläge, die man bekommt, widersprechen dem, was man bei Google findet, der Tierarzt ist anderer Meinung über die Behandlung als der Hufbearbeiter. Vielleicht hast du auch die Momente gehabt in denen du dich schuldig fühlst, Angst hast etwas falsch zu machen und einfach am Ende deiner Kräfte bist.
Genauso geht es uns auch – immer wieder. Obwohl wir wissen, was wir tun, obwohl wir viele Erfahrungen sammeln konnten, ist jedes Pferde anders. Wir erleben hier die Zeit der Reha natürlich auch sehr intensiv. Wir wohnen quasi mit den Pferden zusammen, sehen sie viele Stunden am Tag, bekommen alle Höhen und Tiefen mit. Das ist emotional sehr sehr anstrengend und immer wieder fragen wir uns warum wir das tun. Warum stehen wir jeden Morgen um 6 Uhr bei den Pferden und füttern abends das letzte Mal gg. 22 Uhr? Und das 7 Tage die Woche – 365 Tage im Jahr – bei jedem Wetter? Jeden Tag Schuhe wechseln, Heu abwiegen, saubermachen, Pferde kontrollieren und lieb haben. Neben unserem eigentlichen Job. Warum übernehmen wir so viel Verantwortung für ein krankes Tier, das uns nicht gehört, was wir manchmal gar nicht kennen?

Letzte Chance

Die meisten Pferde kommen als letzte Chance zu uns. Der Termin zum Einschläfern steht oft schon fest. Sie haben Jahre lang gelitten, die Besitzer Jahre lang gekämpft und sind an ihrem Tiefpunkt angelangt. Häufig kommen sie hunderte Kilometer angefahren, geben ihr Pferd hoffnungsvoll in unsere Hände. Dieser Schritt ist die nächste emotionale Hürde, denn meist ist er begleitet von dem Gefühl versagt zu haben und die Verantwortung abzuschieben. Aber es ist richtig sich Hilfe zu holen. Es ist richtig selbst Abstand zu bekommen und es ist wichtig die Entscheidung für dein Pferd zu treffen. Gemeinsam können wir dann entscheiden, ob wir Hoffnung sehen, was verändert werden muss und du als Pferdebesitzer kannst zu Hause nötige Maßnahmen umsetzen und selber deine Energie aufladen. Denn deine (berechtigten) Sorgen können es deinem Pferd schwerer machen gesund zu werden!

Weil es geht!

Wir wissen einfach, dass es Wege gibt aus der Hufrehe rauszukommen. Und zwar endgültig. Oft wurde einfach noch nicht die richtige Diagnose gestellt, die richtigen Maßnahmen umgesetzt, es fehlte die kompetente Beratung oder es wurde einfach zu viel gemacht – Dinge, die nicht helfen.

Du brauchst Unterstützung beim Erkennen der frühen Anzeichen? Hol dir jetzt den Link zum Leitfaden.

Kaum macht man´s richtig, schon funktionierts.

Wenn dein Pferd keine Hufrehe mehr bekommen soll

  • musst du einen Plan haben an den du dich konsequent halten kannst.
  • Du musst bereit sein Gewohntes zu verändern.
  • Du musst das Beste für dein Pferd entscheiden.
  • Du brauchst ein gutes Team im Rücken!

Und vielleicht nochmal ein Blick hinter die Kulissen: Wir lieben unsere Arbeit, wir machen das mit Leidenschaft und manchmal verfluchen wir es. Aber wir stecken einfach voll und ganz drin und stehen dahinter. Das würde ich mal behaupten geht den meisten Kollegen auch so, und damit meine ich nicht nur Hufbearbeiter, sondern auch Tierärzte und andere Therapeuten. Wir alle stecken emotional bei jedem Pferd mit drin. Wir nehmen die Geschichten mit nach Hause, sie bereiten uns schlaflose Nächte und wir zerbrechen uns den Kopf wie wir dich und dein Pferd bestmöglich unterstützen können.

Weil wir alle im selben Team spielen!

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